Hilfe ich bin ein hipper Flexitarier

In meinem Lieblingsblog von Herrn Buddenbohm geht es aktuell um Ernährung. Eigentlich geht es immer öfter um Ernährung, dieses mal gibt es aber einen genzen „Woanders-Teil“ über Ernährung. Um Herrn Buddenbohm soll es mir aber nicht gehen. Lesen sollte man ihn aber natürlich trotzdem.

Verlinkt ist die Haessy, die ich grundsätzlich sehr gerne lese. Es geht um ihre Sicht auf die neue, trendige Veganer- / Vegetarierfraktion.   Haessy ist Vegetarier und mag die meisten Vegetarier nicht.

In meiner Jugend war ich Vegetarier. Irgendwann mit Einsetzen der Volljährigkeit habe ich mich langsam ans Fleisch herangewagt. Mittlerweile esse ich fast alles und mochte mich in der Rolle der unkomplizierten Esserin.

Der aktuelle Trend, die Medien, Facebook, Instragram etc. brachten mich dazu, nochmal neu nachzudenken. Ist Fleisch essen wirklich cool? Wie viel ist gut? Wie stehe ich zu meinem Konsum? Zu Kleidung? Plastik? Milch?

Ich bewundere die von Heassy erwähnten „eingefleischten Bio-Fanatiker und Öko-Terroristen – die sich morgens mit einem kleinen Ast die Zähne putzen, selbstgefilzte Unterwäsche tragen“.  Ich halte es nicht für „Unsinn“ sondern für ein konsequentes Umsetzen der eigenen Werte. Werte die ich unterstütze.

Ich bin nicht so konsequent. Ich bin zu bequem, zu eitel, zu verwöhnt, zu faul, zu geizig. Aber dank der

„Veggie-Hipster, die ihre Ernährungsweise vor sicher hertragen wie einen fancy Jutebeutel, auf den sie mit Edding “Karl Lagerfeld” (LOL!) geschrieben haben.

Sie wissen schon, diese krassen Individualisten, die alle gleich aussehen und wirken, als würden die irgendwo in der TARDIS geklont werden. Da gehört die Sojamilch nicht zur Überzeugung, sondern zum Lifestyle und da dieser Lifestyle beinhaltet, jedem und andauernd unter die Nase gerieben zu werden – weil, wenn keiner mitbekommt, was für ein krass individueller Typ man ist, ist es bekanntlich auch nicht wahr -, postet und instagramt man sein geiles, veganes, voll leckeres (wichtig, sonst wissen das die Leute nicht!) Bio-Essen 24/7, um sich dann abends die Likes auszudrucken und sich über’s Bett zu hängen und sich ausgiebig im gleißenden Licht der eigenen Supercoolness einen runterzuholen.“ 

fällt es mir leichter, immer mehr, immer besser zu machen.

Ich frage mich, wo der Frust herkommt? Ist es das Gefühl nun nicht mehr der total individuelle Vegetarier zu sein? Ist es nicht das Beste was einem passieren kann, wenn der Rest der Welt die eigenen Werte / Einstellungen als Trend entdeckt und die große Masse danach handelt? Seit Jahren predigen Vegetarier den Verzicht auf Fleisch, die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit, die Umwelt, den Regionalmarkt, die Tiere. Jahrelang haben sie sich beschwert, dass sie ausgelacht, ignoriert oder verspottet werden. Nun ist es falsch, wenn auf sie gehört wird? Wenn Leute die Vorteile entdecken, Trends entstehen, sich etwas ändert? Ist es den Tieren, die die echten Vegetarier zu ihrem Hauptanliegen gemacht haben denn wirklich wichtig aus welcher Motivation sie nicht gegessen werden?

Ich finde den Trend toll. Ich finde es großartig immer mehr vegane / vegetarische Rezepte zu entdecken die auch für den unerfahrenen Koch zu gebrauchen sind. Ich finde es toll, dass es immer mehr Restaurants gibt die bio / vegetarisch / vegan anbieten. Ich freue mich dass ich Dinge kennen lerne. Was kann an einem Trend, der Wertschätzung, Respekt, Rücksichtnahme und Ethik fordert verkehrt sein? Wo ist euer Problem?

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