Die Liebe zur Heimat

Ich bin Hamburgerin, Norddeutsche, Windkind, Regenkind.

Hamburg ist meine große Liebe, meine Heimat, mein Zuhause. Der Platz an dem mein Herz ist. Immer wenn ich Hamburg verlasse, bekomme ich Heimweh. Ich liebe das Reisen aber es ist jedes mal eine schwere Trennung und ein wundervolles Wiedersehen.

Den März über habe ich Hamburg verlassen. Das ist keine ganz so schlechte Idee, denn so sehr ich Hamburg auch liebe – Hamburg im März… Das fällt unter die Kategorie „Jeder hat so seine Schwächen“. März kann meine Stadt nicht so gut. Perfekt also, um den März woanders zu verbringen.

Neuseeland war die Wahl. Sonne, Strand, Meer, Gletscher, Regenwald, Wale, Delfine, Hobbits, dampfende Quellen und magische Höhlen. Ein wunderschöner Ort.

Wer alleine mit dem Rucksack durch Neuseeland reist, der kommt nicht umhin täglich neue Leute zu treffen. Jeden Tag stellt und beantwortet man die gleiche Frage „Where are you from?“.

Germany. Hamburg. Natürlich. Die Stadt mit dem ganzen Regen? Wie erklärt man Menschen seine Heimat? Ich habe versucht mein Hamburg zu malen.

„Wenn du von Hamburg erzählst, dann möchte man entweder nach Hamburg ziehen oder Hamburg sein und einmal so geliebt werden.“

Die Stadt mit dem Regen? Ja. Nein. Hamburg… Das ist natürlich der Hafen, die Elbe, die Alster, der Stadtpark, der alte Elbtunnel, die Landungsbrücken, die Hafencity… Aber was ist das alles ohne die Gefühle die darin wohnen?

Hamburg ist das Hafenpanorama wenn man aus dem Elbtunnel kommt. Der Moment in dem man aus der engen Röhre mit den beigen Kacheln heraus kommt und einen der Hafen empfängt. Der Hafen, der für Freiheit steht, für Abenteuer und unbegrenzte Möglichkeit. Und für Ankommen. Wenn es dunkel ist und der Hafen leuchtet… Auch mit bald 30 Jahren treibt es mir regelmäßig die Tränen in die Augen.

Die Elbe ist nicht einfach nur ein Fluss. Die Elbe ist der Ort an dem man Nussschalen und Papierboote schwimmen lässt. Der Ort für nasse Hosen zu unpassenden Zeitpunkten. Der Ort für dreckige Schlammschlachten. Die Elbe ist der Ort an dem ich meinen ersten Freund kennen gelernt habe. Die Elbe ist Sommer, Sonnenschein, ein Bier auf dem Steg, die Füße im Wasser. Unbegrenztes Glück im Herzen. Die Elbe ist Leichtigkeit. Und Lachen. Intensive Küsse und wilde Träume.

Und sie ist Traurigkeit und Sehnsucht. Sie transportiert meine Tränen. Sie ist der Ort der meine Wünsche kennt. Meine Enttäuschungen. Meine Ängste, meine Verletzungen, meine Tränen. Sie weiß alles von mir. Es ist als wäre ein Teil meiner Seele in ihr verschwommen. Von dem Wasser und dem Wind weggetragen. Aufgelöst. Verdünnt. in die Welt getragen.

Hamburg ist Millionen Orte. Es ist der Baum auf dem ich als Kind gespielt habe. Es ist die billige Bar aufm Kiez in der ich das erste mal wirklich betrunken war. Es ist die kleine Seitenstraße in der mein Roller kaputt ging. Es sind die Häuser in denen Menschen wohnen die mir wichtig sind. Hamburg ist der Ampelmast an dem ich mir das Knie aufgeschlagen habe.

Hamburg ist, wenn dir der Wind den Regen ins Gesicht peitscht. Wenn du einfach draußen sitzt und einmal durchgepustet wirst. Es ist als würde das Wetter dich erneuern. All deine Tränen in sich aufnehmen und alles aus dir hinaus pusten und waschen. Kein Mensch kann noch traurig sein, wenn er einmal vom Hamburger Wetter rein gewaschen wurde.

Hamburg ist, wenn plötzlich und völlig unerwartet die Sonne durch die Wolken bricht und die ganze Stadt in ein wunderschönes Licht taucht. Ein Licht, was es nur gibt, wenn es vorher grau und nass war.

Hamburg ist, wenn der graue Nieselregen dich wieder auf den Boden der Tatsachen holt.

Aber das, was einen Ort zu einer Heimat macht sind die Menschen. Hamburg ist, wenn dir jemand „moin“ und „Jo“ sacht und du weißt, dass ihr auf einer Wellenlänge seid und gemeinsam die Ärmel hochkrempelt.

Hamburg ist meine große Liebe. Der Ort der meine Seele kennt und an den ich immer zurück kehren muss. Der Ort an dem ich sterben will.

Seine Heimat zu verlieren ist, wie ein Teil von sich zu verlieren.

 

Dat gift in´n Plattdütschen keen Woort für „Flüchtlinge“. Dat sühn halt alles Lütte, Olle, Froons, Mans, Kinners… So as du.

 

 

 

 

 

 

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Bähm – aus!

Hier ist lange nichts passiert. Warum eigentlich nicht? Ich wollte gerne immer mal bloggen. Ich wollte euch erzählen, dass wir geheiratet haben. Mein Traummann und ich. Dass wir den wundervollsten Tag unseres Lebens hatten. Ich wollte berichten vom Kinderbasteln und wie aufregend und wundervoll das alles ist und wie gespannt ich bin und wie nervös. Hui…. Mutti werden. Ich? Echt? Wie cool ist das. Ich wollte euch teil haben lassen an meinem kleinen perfekten Leben. Verheiratet mit dem tollsten Kerl, cooler Job und nettes Haus und bald tolle Babys. Dazu ein paar selbstgenähte Sachen und schicke Blümchen. So gehört sich das doch, oder?

Während ich meine wunderschönen Fotos aus 2015 in mein farblich abgestimmtes Fotoalbum klebte und mich in meinem Glück suhlte… Was für eine tolle Hochzeit, was für tolle Freunde, schau wie schön es im Urlaub war… Während ich so da saß kam mein Mann unerwartet früh nach hause. Wir müssten reden. Hä?

Er hat festgestellt, dass er unglücklich ist. Unglücklich mit mir. Er möchte mit dem Kind warten. Erstmal unsere Beziehung angehen. Bähm! What? Unsere wundervolle und traumhafte frischvermählte Beziehung? Mein Mann? Und unser Kinderwunsch? Ich war geradezu fassungslos. Aber gut, gehen wirs an. Es hetzt uns ja eigentlich keiner. Das alles war Weihnachten. Ich freute mich auf unsere Hochzeitsreise im Januar und dachte, die gemeinsame Zeit hilft sicher. War ja schon stressig die letzten Monate. Vielleicht haben wir uns ein bisschen verloren. Aber das wird schon wieder, wir lieben uns ja sehr, alles passt, alles gut.

Mein Kopf sagte, alles kein großes Thema. Mein Gefühl sagte, scheiße.

Mein Gefühl hatte Recht. Anfang des Jahres kam mein Mann nach Hause. Er möchte die Scheidung. Er sieht keine Zukunft. Er will nicht unglücklich sein. Die Hochzeitsreise könnten wir noch zusammen machen aber die Trennung sei klar für ihn.

Ich war vollkommen fassungslos. Ratlos. Hilflos. Wir hatten doch gerade geschworen für immer zusammen zu sein. Wir hatten doch so ein perfektes Leben?

Das Ganze ist noch keine zwei Wochen her. Mein Mann macht unsere Hochzeitsreise alleine und ist damit ganz zufrieden. Ich sitze zuhause und schwappe immer hin und her. Fassungslosigkeit, Trauer, Verzweiflung, Wut, Neugierde auf die Zukunft, Angst, Hoffnung.

Alle Menschen in unserem Umfeld sind vollkommen erschrocken. Ihr? trennt? euch? Ihr???

Ich stehe derweil relativ staunend da. Staunend über mich selber. Was passiert da mit mir? Wie geht das mit diesen Gefühlen. Manchmal habe ich das Gefühl augenblicklich zu platzen, weil kein Mensch so viel Trauer ertragen kann. Dann denke ich, dass das nicht sein kann. Das geht doch nicht einfach so? Kann der einfach so für sich beschließen, dass es das jetzt war? Was ist denn mit unserem gemeinsamen Leben. Und überhaupt? Ich? Mit 27 geschieden? Single? Hä?

Ich hatte mich so schön in meinem Familienplanleben eingerichtet. Ich kann doch nun nicht einfach Single sein? Was mach ich denn dann?

Und während ich das Gefühl habe von „ich kann das nicht, ich will das nicht, ich werde nie wieder glücklich, mein Leben ist ruiniert, meine ganze perfekte Vorstellung ist weg, meine Träume zerplatzt, alles ist vorbei“ erschlagen zu werden ist dort auch etwas anderes.

Etwas ganz kleines und unscheinbares. Neugierde? Ich kann es schwer beschreiben. Aber dort ist das Gefühl, dass ich etwas ganz neues lernen werde. Etwas Neues über mich. Etwas Neues über das Leben. Ich habe das Gefühl, dass es mich nach vorne bringt. Dass ich das überwinden kann und frei werde.

Frei von einem Bilderbuchleben. Frei von dem Wunsch danach dieses wunderschöne Pinterest Familiending zu machen. Ich will Kinder. Viele. Ich will lieben, geliebt werden. Aber nun, wo das Standardmodell gescheitert ist… Nun scheint alles möglich. Aufregend irgendwie. Aber auch unglaublich traurig. Hin und her werfend.

 

 

 

 

Das Problem sind nicht die Männer

Der ein oder andere Kommentar zu meinem letzten Post laute „du hast Recht aber so schlecht sind die Männer ja auch nicht“. Das hat mich nachdenklich gemacht. Kommen die Männer so schlecht weg? Und das obwohl ich doch den wundervollsten Mann der Welt habe? Mein Mann ist toll. Er wird ein großartiger Vater und ist bereits ein großartiger Partner.

Ich halte nichts von Genderklischees. Mein Mann kann besser putzen und aufräumen als ich. Er ist derjenige der den Reiseproviant packt und immer Taschentücher dabei hat. Es gibt nichts, was ich deswegen besser kann, weil ich eine Frau bin. Fast nichts. Das Gebären und Stillen bleibt Frauensache. Ich finde das schön. Ich freue mich darauf.

Die Männer sind nicht das Problem. Die Frauen sind nicht das Problem. Unsere Gesetze sind nicht das Problem. Unsere Gesetze machen keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen.

Es gibt sie noch, die Ungleichbehandlungen zwischen Männern und Frauen. In manchen Köpfen stecken noch Vorurteile. Manchmal ist das lästig, im Ganzen aber doch unproblematisch. In meinem Abiturjahrgang waren 60% Mädchen. Ich habe danach ein technisches Studium begonnen. Der Anteil an Frauen in diesem Studiengang nähert sich der 50% Marke. Mein Geschlecht hat weder meine Schulnoten, noch meine Uninoten beeinflusst. Auch bei der Jobsuche hatte ich nie das Gefühl, man hielte mich aufgrund meines Geschlechtes für weniger fähig.

Die Angst der meisten Arbeitgeber ist nicht, eine Frau könnte weniger fähig sein. Die Angst ist, sie könnte schwanger werden. Das Problem dabei ist – die Angst ist begründet. Frauen werden schwanger. Frauen gehen in Mutterschutz, sie gehen in Elternzeit, sie wollen Teilzeitarbeitsplätze, Telearbeit und flexible Arbeitszeiten. Arbeitgeber haben keine Angst davor Frauen einzustellen, sie haben Angst keinen voll einsatzfähigen Mitarbeiter mehr zu haben.

Eine Frau einzustellen ist noch immer ein nicht kalkulierbares Risiko. Schwangerschaft, Mutterschutz, Elternzeit. Das stellt den Arbeitgeber vor Probleme. Es hilft nichts zu behaupten, es gäbe diese Probleme nicht. Wenn es einer Firma nichts ausmacht, ob der Mitarbeiter ein Jahr lang fehlt oder zwei oder drei oder nicht, läuft irgendwas falsch. Viele Probleme sind lösbar. Wer sich als Arbeitgeber etwas einfallen lässt wird nicht selten mit treuen und zufriedenen Mitarbeitern belohnt die hocheffizient arbeiten und in Teilzeit mehr schaffen als andere in Vollzeit. Nicht wenige Arbeitgeber arbeiten an genau solchen Lösungen. Viele Arbeitgeber sind selbst Eltern. Sie kennen das Problem.

Sie würden gerne mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen. Das Problem ist die vom Arbeitgeber geforderte selbstverständliche Vollzeitarbeit. Irgendwann kommt man an den Punkt wo sich die meisten entscheiden müssen. Zeit für die Familie oder Karriere? Zeit oder Geld? Aber von Zeit kann man sich leider kein Essen kaufen. Was bleibt ist die Einsicht, dass sich einer fürs Geld und einer für die Zeit entscheiden sollte. Wer das ist, ist völlig egal. Ein Hausmann hat die gleichen Probleme. Es hilft uns nicht, die Männer verantwortlich zu machen. Ein Mann der in seinem Lebenslauf 3 Jahre Elternzeit stehen hat, steht nicht besser da als eine Frau.

Ich habe sie noch nicht gefunden, die perfekte Lösung. Aber ich glaube die einzige Lösung ist Flexibilität. Flexibilität für alle Mitarbeiter. Wer hat eigentlich die 40 Stunden Woche erfunden? Warum können es nicht 30 sein oder 50? Warum können große Aufgaben von vielen Leuten gemeinsam gelöst werden aber nur indem jeder 40 Stunden arbeitet? Warum muss eine Person 8  Stunden am Tag erreichbar sein? Warum nicht 24?

Die Welt dreht sich immer weiter. 24 Stunden Erreichbarkeit wird immer üblicher. Wir werden immer weniger Menschen und gleichzeitig wollen wir dass alles immer verfügbar ist. Jetzt. Sofort.

Unternehmen die es schaffen flexible Arbeitsplätze zu bieten, attraktiv für Mütter, für ältere Leute, für nicht so belastbare Leute, für Leute die nicht den ganzen Tag arbeiten wollen, für kreative Köpfe und alte Hasen, solche Unternehmen können viel leichter auf Auftragsspitzen reagieren, Ausfälle verkraften und binden unglaublich viel Know How.

Aber das erfordert Umdenken. Umdenken von einer ganzen Struktur die sich bewährt hat.

Wir sind auf unseren Projekten immer zu zweit. In Vollzeit. Zur gegenseitigen Kontrolle, zum Meinungsaustausch. Zur Abstimmung. Die Idee die Projekte zu dritt zu machen, zwei Leute in Teilzeit, eine in Vollzeit, wurde abgelehnt. Man müsste sich zu viel abstimmen und drei Leute wären ja ständig unterschiedlicher Meinung.

 

 

Armutsrisiko Kind = Selbst Schuld? Oder eine gesellschaftliche Aufgabe.

Schon wieder ein Beitrag von mama-arbeitet zu dem ich mich äußern muss…

Sie schreibt (unter anderem) über Armut als alleinerziehende Mutter. Wie das im Internet so ist, es gibt zu allem sehr unterschiedliche Kommentare. Eine Auswahl an Kommentaren findet ihr hier, besonders aber hier.

In den Kommentaren tummeln sich, wie immer, ein paar Trolle. Daneben gibt es aber auch eine Menge Menschen, die einen durchaus intelligenten Eindruck machen. Menschen die herausstellen welche persönlichen Fehler gemacht wurden. Vielleicht sind manche sogar selber arm, sehen die Schuld aber bei sich. Denn was soll der Staat denn noch machen? Arme Menschen kriegen kostenlose Kita Plätze, Bildungsgutscheine, Harz4. Das kostet ja auch Geld und der Staat ist dazu da einen abzusichern, nicht dazu einem Wohlstand zu garantieren. Wo kämen wir da denn hin, dann würde ja keiner mehr arbeiten gehen. Die Verantwortung wird immer als eine persönliche Verantwortung der Frau gesehen.

Man darf als Frau eben nicht den Fehler machen, sich abhängig zu machen. Die Meinung ist populär, jede Frau weiß das.

Meine Mutter hat da irgendwas falsch gemacht. Was genau eigentlich ihr Fehler war, das habe ich mich als junges Mädchen nicht gefragt. Klar war aber – ich werde Abi machen, ich werde studieren, selbstverständlich studiere ich etwas was gute Jobchancen bietet, ich werde vollzeit arbeiten. Ich werde unabhängig bleiben.

Also habe ich Abi gemacht. Ich habe studiert und angefangen zu arbeiten. Dann wurde ich arbeitslos. Betriebsbedingt. Mit Mitte 20, guten Noten, in einem Bereich mit guten Aussichten. Ich fing an mich zu bewerben. Ich erfüllte alle Kriterien der Stellenausschreibungen. Ich bekam Absagen. Ich machte mir wenig Gedanken, schließlich war ich jung, bestimmt hatten andere mehr Erfahrung, bestimmt hatten andere bessere Noten. Ich erzählte im Bekanntenkreis, dass ich bisher Absagen bekam. Von allen Seiten kamen Ratschläge. Ich hatte damit gerechnet, dass man mir Fortbildungen empfiehlt oder vielleicht bestimmte Firmen, die Leute suchen. Vielleicht bietet mir auch jemand an, die Bewerbungen zu prüfen. Stattdessen riet man mir, keine Ringe zu tragen – nicht dass jemand ahnt dass du verheiratet bist – sagten sie. Sie sagten „Erwähne bloß, dass ihr Eigentum habt“, „Versuche heraus zu stellen, dass Karriere das wichtigste in deinem Leben ist“.

Ich war ehrlich geschockt. Sollte das wahr sein? Kein Job weil ich eine Frau bin? Im fruchtbaren Alter! Klar, sagten sie. Natürlich, was denkst du denn.

Ich bin also eine Frau. Wenn ich einen Ring trage, bedeutet dass – stell sie nicht ein, die wird schwanger. Wenn der Mann einen Ring trägt, bedeutet dass – er ist solide und ihm wird der Rücken frei gehalten. Wenn ich Eigentum besitze, bedeutet dass – stell sie nicht ein, die wird schwanger. Wenn der Mann Eigentum besitzt, bedeutet dass – er ist solide, vernünftig, verantwortungsvoll und zukunftsorientiert und außerdem zieht er nicht so schnell weg.

Ich habe trotzdem einen Job bekommen. Ich bekomme weniger Geld als mein Mann, trotz besserer Qualifikation. Trotzdem bin ich glücklich. Ich bin beim Staat gelandet, wenn wir ein Kind erwarten, ist mein Job nicht in Gefahr. Das ist mir das geringere Gehalt wert. Der Job von meinem Mann ist durch ein Kind ja sowieso nicht in Gefahr. Er ist ja schließlich ein Mann.

Denn Kinder möchten wir ja schließlich schon. Beide. Für mich bedeutet das also erstmal, dass ich mit weniger Gehalt zufrieden bin. Lange bevor wir überhaupt die Verhütung abgesetzt haben. Für meinen Mann bedeutet das gar nichts.

Unser Freundeskreis ist da weiter. Die meisten haben bereits Kinder. Und auch diesen Frauen ist völlig klar – sie müssen unabhängig bleiben. Im Zuge der Gleichberechtigung beschlossen sie, sich das Jahr Elternzeit zu teilen. Die Frauen bekamen ein Kind, gingen in den Mutterschutz und stillten ihr Baby.

Die Frau beantragte Elternzeit und erhielt die Information, dass sie da natürlich einen Anspruch drauf hätte, die Stelle aber dann selbstverständlich neu besetzt werden müsste. Sie könnte nach der Elternzeit ihren Anspruch auf Rückkehr geltend machen, sie müsse sich aber im Klaren sein, dass sie ihre Position nicht zurück bekäme und die geplante Beförderung dann natürlich weg fiele.

Die Frau ist froh, dass sie einen festen Job hat und beklagt sich nicht.

Der Mann beantragte Elternzeit und erhielt promt die Information, dass er da natürlich einen Anspruch drauf hätte, die Stelle aber dann selbstverständlich neu besetzt werden müsste. Er könnte nach der Elternzeit seinen Anspruch auf Rückkehr geltend machen, er müsse sich aber im Klaren sein, dass er seine Position nicht zurück bekäme und die geplante Beförderung dann natürlich weg fiele. 

Mann und Frau beraten sich. Ihnen ist klar, dass ihnen dann gemeinsam weniger Geld bliebe. Ihnen ist bewusst, dass es vernünftiger ist, wenn wenigstens einer Karriere macht. Schließlich sind Kinder teuer.

Die Frau bleibt ein Jahr zuhause. Sie bekommt 60% ihres Gehaltes. Der Mann wird in der Zeit befördert. Die Frau spürt erste Abhängigkeiten und versucht so schnell wie möglich zurück in ihren Job zu kommen. Das Kind wurde natürlich schon vor der Geburt in der Kita angemeldet. Leider gibt es trotzdem mehr Kinder als Kita Plätze. Der Arbeitgeber drängelt. Endlich ist ein Kita-Platz gefunden / eingeklagt. Er liegt nicht vor der Tür und natürlich ist der schlechte Betreuungsschlüssel nicht gut für das kleine Kind. Aber man muss nunmal auch Kompromisse machen. sie wollte ja schließlich ein Kind, da kann sie ja nun nicht jammern, nur weil sie ein bisschen früher aufstehen muss, um das Kind in die Kita zu stecken. Außerdem verdient ihr Mann ja gut. Wenn sie meint, unbedingt arbeiten zu müssen, dann muss sie das eben organisieren.

Sie organisiert den Kita-Platz. Steigt mit 30 Stunden ein. 6 Stunden am Tag. Einen großen Teil von ihrem Gehalt zahlt sie an die Kita. Trotzdem ist sie glücklich. Ihre Stelle ist nicht neu besetzt worden. Sie hat die gleiche Arbeit wie vorher behalten. Der Unterschied ist nur, dass sie die gleiche Arbeit nun in 6 und nicht in 8 Stunden machen darf. Sie macht Überstunden. Arbeitet 7 Stunden anstatt 6. 30 Minuten werden abgezogen. Pausenzeiten sagt das Arbeitsschutzgesetzt. Abends holt sie das Kind aus der Kita und kümmert sich um den Haushalt. Schließlich hat sie ja nur einen Teilzeitjob und ihr Mann muss Karriere machen. Ihr Geld versickert ja sowieso in der Kita.

Das Ganze funktioniert. Natürlich ist es etwas anstrengend. Natürlich steigt der Druck in der Firma, denn sie war nun schon mehrere Male nicht da, weil das Kind krank war. Die Kollegen sind auch nicht begeistert. Die Arbeit bleibt an ihnen hängen. Er hat noch nicht gefehlt. So kurz nach der Beförderung kann er sich das wirklich nicht leisten.

Die Kitas streiken. Tageweise. Es ist Anfang des Jahres. Sie nimmt Urlaub. Ein paar Tage. Ein paar mehr Tage. Die Kitas weiten ihren Streik aus. Es wird ab sofort auf unbestimmte Zeit gestreikt. Im gesamten Bundesland. Sie kriegt das schon hin. Montag fängt sie später an, bringt das Kind zu ihren Eltern in die nächste Stadt mit 2 Stunden Entfernung. Dafür arbeitet sie bis nachts. Das Kind schläft schon lange. Trotzdem kriegt sie ihre 30 Stunden schwer zusammen. Sie reduziert auf 20. Ist den ganzen Tag unterwegs, um ihr Kind schlafend zu sehen und darf sich fragen lassen „wozu sie denn dann ein Kind bekommen hat“.

Der Mann hat sich das anders vorgestellt. Er kommt nach hause und anstatt einer fröhlichen Frau die schon das Haus geputzt hat, erwartet ihn ein schreiendes Kind und eine kaputte Mutter, die ihm das Kind in die Hand drückt. Er bleibt immer öfter länger im Büro. Seine Kollegen verstehen ihn, ihnen gehts nicht anders. Die Frau meckert, obwohl sie doch den ganzen Tag für die Familie schuften. Sie würden sich ja gerne mehr kümmern aber da gibt der Job nunmal nicht her. Sie würden ja gerne weniger arbeiten aber das Gehalt der Frau – halbtags, mit Steuerklasse 5 – da bleibt nach Abzug der Kita Kosten ja nichts über. Und Sex gibt es auch kaum noch.

Er lernt eine neue Frau kennen. Sie ist jung, unkompliziert, fröhlich. Im Grunde ist sie so wie seine Frau mal war, als er sich in sie verliebt hat. Er verliebt sich. Trennt sich. Er ist kein schlechter Mensch. Natürlich zahlt er Unterhalt für das Kind. Sie darf die Eigentumswohnung behalten, damit sie und das Kind dort wohnen bleiben können. Natürlich muss sie dann den Kredit zahlen. Aber die Möbel schenkt er ihr.

Dafür, dass sie so wenig verdient und nichts angespart hat, kann er ja nun nichts. Auch, dass ihr Arbeitgeber sie nicht wieder in Vollzeit beschäftigen möchte, ist nicht seine Schuld. Um sein Kind kümmert er sich gerne am Wochenende. In der Woche macht das keinen Sinn, sie arbeitet ja sowieso nur Teilzeit und hat viel mehr Zeit. Er hat in den letzten Jahren Karriere gemacht. Er verdient jetzt richtig gut.

Sie war einfach naiv. Sie hat sich abhängig gemacht, obwohl sie das nie wollte. Sie sitzt in der Frauenfalle. Irgendwo zwischen -nicht ausreichend einsetzbar- und -überqualifiziert-. Dankbar kann sie sein, dass der Staat sie auffängt.

So oder so ähnlich hört man es momentan von allein Seiten. So ähnlich war es auch bei meiner Mutter. Auf die Teilzeitstelle folgte irgendwann Arbeitslosigkeit. Auf die Arbeitslosigkeit folgten geringfügige Beschäftigungen. Sie wollte zeigen, dass sie arbeiten will. Am Ende hieß es – sie ist zu lange raus aus ihrem Hauptjob. Oder – sie ist überqualifiziert und bald weg. Das bittere Ende ist ein Rentenbescheid auf dem 340 Euro stehen.

Ich will das ja alles anders machen. Ganz anders. Gleichberechtigt und unabhängig will ich sein. Gut, das geringere Gehalt… Wirklich groß wird der Unterschied aber eigentlich auch erst durch unsere Steuerklassen. Mit Steuerklasse 5 bleibt mir weniger. Aber insgesamt ist es mehr und wir sind ja nunmal eine Familie. Ein kleines Opfer muss man nunmal bringen.

Und das geringere Gehalt birgt ja andere Vorteile. Ich kann problemlos in Elternzeit und Teilzeit. Mein Mann könnte das wohl nicht.

Verdammt. Ich bin jetzt schon drin und das noch bevor ich die Verhütung abgesetzt habe.

 

Was ich damit sagen will? Leute bekommt mehr Kinder! Eines unserer größten gesellschaftlichen Probleme sind fehlende Kinder. Und Frauen – stellt euch nicht so an. Kinder sind privates Glück, das ist euer Problem. Ihr wolltet ja Kinder.

Warum ich für die Überarbeitung von (Kinder)Büchern bin

Drüben, bei der lieben Christine geht es gerade um Schimpfwörter, Diskriminierung, Sprache und irgendwie auch um Kinderbücher. Die Kommentare unter dem Artikel haben mich bewegt spät in der Nacht nochmals aufzustehen, um meine Gedanken irgendwo nieder zu schreiben. Eigentlich wollte ich es als Kommentar machen aber der wurde doch ganz schön lang.

Christine hat einen, wie ich finde, ganz tollen Umgang mit den Schimpfworten ihrer Kinder gefunden. Mit ihrer Meinung zur Überarbeitung von Büchern stimme ich aber nicht überein.
Ich bin uneingeschränkt für die Streichung von diskriminierenden Worten.
Da ich Christines Meinung aber sehr schätze und zuerst verwundert war, dass unsere Meinungen in dem Punkt so sehr auseinander gehen, habe ich mich gefragt, warum wir so unterschiedlicher Ansicht sind. Mir scheint, dass der Unterschied in der Herangehensweise an Bücher liegt. Im Rahmen des Sprach-/ Literaturstudiums das Christine gemacht hat, erlangt man einen ganz bestimmten Umgang mit Büchern. Man erlernt es, Sprache und Schrift immer im Kontext zu behandeln, sie einzuordnen und zu analysieren. Die Bücher wirken nie für sich, sondern immer in Wechselwirkung mit ihrer Entstehung.
Den Artikel von Antje Schrupp finde ich großartig. Dass Christine, am Ende andere Schlüsse zieht, würde ich jetzt darauf schieben, dass sie Bücher anders ließt als ich. Dass sie sie MIT ihrem Hintergrund ließt. Wenn man die Bücher in überarbeiteter Fassung mit ihrem historischen Hintergrund, mit dem Wissen um die Sprache der Zeit, ließt, dann werden sie falsch. Sie funktionieren dann nicht mehr. Ein überarbeitet Shakespeare funktioniert nicht, wenn man sich für Shakespeare interessiert.
Erst kam mir der Gedanke, dass das für Kinder aber nicht funktioniert. Aber den Gedanken habe ich verworfen. Natürlich funktioniert es, es ist eine andere Art zu lesen. Eine spannende Art. Eine Art die auch mit Kindern funktioniert.

Trotzdem bleibe ich dabei: Die Wörter müssen weg.
Es verletzt Menschen. Punkt. Wie kann ich guten Gewissens sagen, dass meine Kinder mit solchen Büchern einen Umgang mit Diskriminierung lernen, wenn ich es auf Kosten der Diskriminierten tue? Wenn ich einem Schwarzen Kind erkläre, was das N-Wort bedeutet und wie schwarze Menschen zu bestimmten Zeiten gesehen wurden, dann wird es dieses N-Wort negativ besetzen. Es wird immer, wenn dieses Wort fällt ein unangenehmes Gefühl empfinden. Ein Buch, in dem das N-Wort vor kommt, wird das Kind negativ empfinden. Ich würde es dem Kind nicht vorlesen. Ein Buch, was ich nur einem weißen Kind vorlesen kann, ist diskriminierend.

Es ist wichtig, dass Kinder geschichtliche Bildung erfahren. Sie müssen die Vergangenheit kennen, um sie nicht zu wiederholen. Sie müssen für das Thema sensibilisiert werden. Das sieht Christine als wichtig an. Ich stimme ihr zu. Ich möchte aber gerne, dass meine Kinder Personen mit Behinderungen, anderen Hautfarben oder sonstigem zuallererst und sehr intensiv als Menschen wahrnehmen. Ich möchte nicht, dass der erste Kontakt darin besteht zu lernen, was diese Menschen NICHT sind. Viele Kinderbücher richten sich an Kinder von 3 oder 4 Jahren. Ich empfinde es als falsch, wenn mein Kind das erste mal einen Schwarzen trifft, diesen zuallererst damit verbindet, dass er KEIN N… ist sondern, ich möchte, dass mein Kind dies völlig unvoreingenommen betrachtet. Das ist sicher ein diskussionswürdiger Punkt. Momentan ist es eher ein Gefühl. Mir scheint es eine große Tugend der Kinder, dass sie so frei auf andere Menschen zugehen. Dass sie noch keine Unsicherheiten im Umgang mit anderen Menschen haben. Es fühlt sich richtig an, dass Hautfarben und Behinderungen keine Rolle spielen. Ich möchte gerne, dass sie sich erst näher mit Diskriminierung beschäftigen, wenn sie eine Vielzahl von Menschen kennen gelernt haben. Christine erklärt ihrem Sohn Homosexualität am Beispiel der Nachbarn. Dem Sohn wird sofort klar, wie absurd dieses Schimpfwort ist. Die Lebenssituation der netten Nachbarn empfindet er als vollkommen normal und selbstverständlich. Nimmt man Kindern nicht diese Selbstverständlichkeit, wenn sie das erste homosexuelle Paar erst kennenlernen, wenn sie sich vollkommen bewusst sich, dass diese Beziehungsform von anderen Menschen als unnatürlich und falsch angesehen wird?

Ich möchte außerdem die Wörter nicht regelmäßig nutzen. Ich möchte nicht, dass mein Kind sie benutzt, ist es dann nicht falsch, mein Kind mit diesen Worten ins Bett zu begleiten? Es fällt mir schwer, die Wörter auszusprechen. Ich habe eine natürliche Hemmung. Ich finde das richtig. Ich finde es richtig, wenn die Wörter aus unserem Sprachgebrauch verschwinden. Es scheint mir verkehrt Kindern, in einem Alter in dem sie die Sprache der Eltern adaptieren, diese Wörter immer wieder vorzulesen.
Es erscheint mir viel logischer die Dinge konsequent richtig zu bezeichnen. Wenn ich den König aus Takatuka-Land als dunkelhäutig bezeichne, dann sieht mein Kind dunkelhäutige Menschen als dunkelhäutig an.

Ich bin mir sicher, dass Christine tolerante, offene, informierte, gebildete Kinder groß zieht. Ich bin mir sicher, dass ihre Kinder einen deutlich bewussteren Umgang mit Sprache beigebracht bekommen, als meine Kinder es einmal beigebracht bekommen werden. Ich finde es sehr interessant zu lesen, wie anders Menschen an Bücher ran gehen.
Ich lese Bücher nicht unter Berücksichtigung ihres historischen Hintergrundes. Ich weiß meistens wenig über den Autor und über die Zeit in der sie verfasst wurden. Ich kann sie nicht in ihren literarischen Kontext stellen. Ich kann nicht beurteilen, ob die politisch unkorrekten Wörter in den Büchern zu der Zeit des Autors negativ besetzt waren oder nicht.
Die wenigsten Leute können das. Die wenigsten sind sich überhaupt bewusst, dass das notwendig wäre. Wie viele Kinder bekommen diese Bücher unreflektiert und ohne weitere Informationen vorgelesen? Ich vermute es sind viele und ich bin sicher, dass das nicht gut ist.

Ich habe mich gefragt – wenn ich ein Buch schreibe und einige Wörter die ich heute völlig unbedarft benutze, werden in Zukunft als rassistisch oder diskriminierend empfunden – würde ich wollen, dass die so stehen bleiben? Ich bin mir sicher, dass ich das nicht wollen würde. Warum also sollte man die Bücher nicht überarbeiten?

Hilfe ich bin ein hipper Flexitarier

In meinem Lieblingsblog von Herrn Buddenbohm geht es aktuell um Ernährung. Eigentlich geht es immer öfter um Ernährung, dieses mal gibt es aber einen genzen „Woanders-Teil“ über Ernährung. Um Herrn Buddenbohm soll es mir aber nicht gehen. Lesen sollte man ihn aber natürlich trotzdem.

Verlinkt ist die Haessy, die ich grundsätzlich sehr gerne lese. Es geht um ihre Sicht auf die neue, trendige Veganer- / Vegetarierfraktion.   Haessy ist Vegetarier und mag die meisten Vegetarier nicht.

In meiner Jugend war ich Vegetarier. Irgendwann mit Einsetzen der Volljährigkeit habe ich mich langsam ans Fleisch herangewagt. Mittlerweile esse ich fast alles und mochte mich in der Rolle der unkomplizierten Esserin.

Der aktuelle Trend, die Medien, Facebook, Instragram etc. brachten mich dazu, nochmal neu nachzudenken. Ist Fleisch essen wirklich cool? Wie viel ist gut? Wie stehe ich zu meinem Konsum? Zu Kleidung? Plastik? Milch?

Ich bewundere die von Heassy erwähnten „eingefleischten Bio-Fanatiker und Öko-Terroristen – die sich morgens mit einem kleinen Ast die Zähne putzen, selbstgefilzte Unterwäsche tragen“.  Ich halte es nicht für „Unsinn“ sondern für ein konsequentes Umsetzen der eigenen Werte. Werte die ich unterstütze.

Ich bin nicht so konsequent. Ich bin zu bequem, zu eitel, zu verwöhnt, zu faul, zu geizig. Aber dank der

„Veggie-Hipster, die ihre Ernährungsweise vor sicher hertragen wie einen fancy Jutebeutel, auf den sie mit Edding “Karl Lagerfeld” (LOL!) geschrieben haben.

Sie wissen schon, diese krassen Individualisten, die alle gleich aussehen und wirken, als würden die irgendwo in der TARDIS geklont werden. Da gehört die Sojamilch nicht zur Überzeugung, sondern zum Lifestyle und da dieser Lifestyle beinhaltet, jedem und andauernd unter die Nase gerieben zu werden – weil, wenn keiner mitbekommt, was für ein krass individueller Typ man ist, ist es bekanntlich auch nicht wahr -, postet und instagramt man sein geiles, veganes, voll leckeres (wichtig, sonst wissen das die Leute nicht!) Bio-Essen 24/7, um sich dann abends die Likes auszudrucken und sich über’s Bett zu hängen und sich ausgiebig im gleißenden Licht der eigenen Supercoolness einen runterzuholen.“ 

fällt es mir leichter, immer mehr, immer besser zu machen.

Ich frage mich, wo der Frust herkommt? Ist es das Gefühl nun nicht mehr der total individuelle Vegetarier zu sein? Ist es nicht das Beste was einem passieren kann, wenn der Rest der Welt die eigenen Werte / Einstellungen als Trend entdeckt und die große Masse danach handelt? Seit Jahren predigen Vegetarier den Verzicht auf Fleisch, die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit, die Umwelt, den Regionalmarkt, die Tiere. Jahrelang haben sie sich beschwert, dass sie ausgelacht, ignoriert oder verspottet werden. Nun ist es falsch, wenn auf sie gehört wird? Wenn Leute die Vorteile entdecken, Trends entstehen, sich etwas ändert? Ist es den Tieren, die die echten Vegetarier zu ihrem Hauptanliegen gemacht haben denn wirklich wichtig aus welcher Motivation sie nicht gegessen werden?

Ich finde den Trend toll. Ich finde es großartig immer mehr vegane / vegetarische Rezepte zu entdecken die auch für den unerfahrenen Koch zu gebrauchen sind. Ich finde es toll, dass es immer mehr Restaurants gibt die bio / vegetarisch / vegan anbieten. Ich freue mich dass ich Dinge kennen lerne. Was kann an einem Trend, der Wertschätzung, Respekt, Rücksichtnahme und Ethik fordert verkehrt sein? Wo ist euer Problem?